Das Ende der kleinen Läden in Tschechien


Erinnern Sie sich an Ihre Stadt vor einigen Jahren: Unten an der Hauptstraße gab es einen kleinen Bekleidungsladen, ein Stück weiter einen Schuhladen, in dem eine ganze Familie arbeitete. Am Ende der Straße gab es dann einen Gemüseladen und gegenüber einen kleinen Supermarkt, in dem man jeden Tag dieselbe Verkäuferin sah. Heute sieht das Bild jedoch anders aus; es ist sehr wahrscheinlich, dass all diese Geschäfte schon seit einigen Jahren geschlossen sind. Diesen Bereich haben Hypermärkte erobert, riesige Geschäfte, in denen es eine unerschöpfliche Menge an Waren gibt.
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Dort kann man alles kaufen, vom Brot bis zum Gartenschlauch. Studien haben gezeigt, dass ein Kunde in einem solchen Supermarkt im Laufe seines Lebens weniger als ein Prozent der Waren ausprobiert, den Rest kauft er nie. Heutzutage fährt auch die Mehrheit der Einwohner mit dem Auto, weshalb es niemanden stört, dass diese gigantischen Geschäfte oft am Stadtrand stehen. Die alte Gemüsehändlerin war nicht in der Lage, mit ihren Preisen oder der Warenmenge mit diesen Ketten zu konkurrieren, die den gesamten Markt beherrschten. Paradoxerweise dauert der Einkauf in einer solchen Einrichtung oft viel länger als in einem kleineren Laden. Die Filialleiter gestalten sogar von Zeit zu Zeit einen Teil des Ladens neu, damit der Kunde ein wenig umherirrt und eine größere Fläche durchläuft.
Ähnlich ist die Situation bei allen Arten von Waren. Dort ist die Lage zudem noch schlimmer, da multinationale Unternehmen, die ihre Produkte im Ausland herstellen lassen, dank des dortigen niedrigen Mindestlohns beispielsweise Schuhe oder Kleidung zu Preisen anbieten können, mit denen ein kleines Schuhgeschäft auf keinen Fall konkurrieren kann. Ebenso verliert der örtliche Baumarkt nach und nach seine Kunden, die lieber in die nächste Großstadt fahren, um dort Hunderte von Metern Verkaufsfläche zu durchstreifen.
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Wenn die Besitzer kleiner Läden noch nicht durch die Finanzkrise oder den Zustrom ausländischer Ketten in die Knie gezwungen wurden, könnte für manche die Notwendigkeit der Einführung elektronischer Kassensysteme der letzte Strohhalm sein.
In den letzten zwei Jahren beobachten wir wieder einen leichten Anstieg der Beliebtheit kleiner Läden. Die Menschen kehren zu ihnen zurück und möchten so ihren lokalen Händler unterstützen. Diese Geschäfte sind oft spezialisiert und bieten Waren an, die man oft nicht einmal in Supermärkten findet.